Modell-U-Boote sind komplexe und faszinierende Fahrzeuge. Gleichzeitig bringt es aber auch einen großen Aufwand mit sich, so ein Boot zu bauen.
Daher möchten wir hier, so gut es geht, die häufigsten Fragen zu diesem Hobby beantworten.
“Wie tief kann denn so ein Boot Tauchen?”
Die Tauchtiefe ist durch die Sendefrequenz begrenzt. Wasser ein ein Elektrischer Leiter. Süßwasser ist zwar kein besonders guter, doch immerhin reicht es aus um eine 40Hhz Frequenz in einer Tiefe von 5m abzuschirmen. Desto höher die Frequenz, oder leitfähiger das Wasser desto mehr nimmt die mögliche Tauchtiefe ab. GHz Anlagen reichen nur ca. 2cm tief ins Süßwasser und in Salzwasser reichen 40MHz Anlagen auch nur wenige cm in die Tiefe. Will man tiefer tauchen ist das Kabel die einzige Lösung.
Somit ist die mögliche Tauchtiefe von der Frequenz abhängig. Die Boote selber halten mechanisch meist aus Sicherheit die doppelte Tauchtiefe aus.
“Ist bei U-Booten FPV möglich?” “Ist da eine Kamera drin?”
FPV (first person view) ist bei uns nur am Kabel möglich. Entweder man hat eine 20m Kabeltrommel mit Koaxialkabel dabei, oder man verbindet das Boot mit einer Funkboje. Die AV-Sender befinden sich im GHz Bereich und müssen sich somit an der Oberfläche befinden. Die Übertragung zum Boot übernimmt dann wieder ein Koaxialkabel.
Die Bilder sind schön an zu sehen, doch verliert man schnell die Orientierung. Zum Bergen ist FPV ein Muss, da man sich hier “im Boot” befinden muss um auf geringste Abweichungen reagieren zu können.
“Wie Taucht denn so ein U-Boot?”
Bei einem U-Boot geht es physikalisch darum, den Auftrieb bei gleichbleibender Bootsmasse zu verringern. Sobald das Boot mehr wiegt als es an Wasser verdrängt, taucht es ab.
Bei echten U-Booten machen das Tauchtanks die mit Luft gefüllt werden. Diese Tauchtanks sind unten offen. Dadurch schwimmt das Boot auf einer Luftblase, die sich in den Tauchtanks befindet. Öffnet man oben ein Ventil entweicht die Luft aus den Tauchtanks. Das Boot taucht ab. Zum Auftauchen wird aus einem Pressluftreservoir luft in die Tauchtanks zurück geblasen. Das Wasser entweicht nach unten und das Boot taucht auf. Dies ist bei größeren Modellen genau so möglich.
Bei Kleineren Modellen nutzen wir einen Kolbentank. Dieser ähnelt einer riesigen Wasserspritze. Ein Getriebemotor bewegt den Kolben, wodurch sich der Zylinder mit Wasser füllt. Bei geleertem Tank wird das Boot dicht verschlossen. Sobald der Kolbentank mit Wasser gefüllt wird, steigt der Innendruck des Bootes an. Mit anderen Worten die Luft im Inneren des Bootes wird komprimiert. Das beweist, das das Boot physikalisch kleiner geworden ist. Es hat somit weniger Auftrieb, bei gleichen Gewicht. Das Boot Taucht jetzt ab.
Hat man keinen Platz für so einen Kolbentank kann man sich auch einen Sack ins Boot legen. Dieser wird dann durch eine Schlauchpumpe gefüllt oder geleert. Steht die Schlauchpumpe still kann bei dieser Pumpenart kein Wasser rein oder rauslaufen. Achtung, bei einer Schlauchpumpe benötigt man einen Druckschalter, der das Füllen abschaltet wenn der Sack voll ist.
“Kann man so ein U-Boot kaufen?”
Ja kann man. Die meisten Modelle sind zwar absolute Unikate und somit selber gebaut. Für die Jenigen, die neu in die Unterwassersparte einsteigen oder keine Drehbank besitzen, ist es möglich Bausätze zu erwerben. Die Firma Modell-U-Boot Spezialitäten (www.modelluboot.de) bietet Bausätze, Fertigrümpfe und eine menge an Elektronik an, die man für ein U-Boot benötigt. Somit ist es für jeden möglich ein Forschungs- oder Militärisches U-Boot zu bauen.